Sonntag, 7. Mai 2023

Bienen aktuell: Abwehrstrategien Bienen vs. Hornissen

An der Varroa-Milbe kann man sehr gut erkennen, was passieren kann, wenn der Mensch versucht, die Natur zu verbessern. Der Versuch vor etwa 30 Jahren, asiatische Bienen in die europäische Zucht einzukreuzen, ging jedenfalls gründlich daneben. 😡 Alle Imker haben noch heute damit zu tun, der europäischen Honigbiene der Bekämpfung des mitgereisten blinden Passagieres zu helfen. In den letzten Jahren fängt aber ein weiterer Einwanderer an, Stress zu machen: Vespa Velutina, die asiatische Hornisse. Ursprünglich mit dem Warenverkehr aus Asien eingewandert, hat es diese Art mittlerweile über Spanien, Italien und Frankreich auch bis nach Deutschland geschafft. 

Da eine Bekämpfung nicht mehr möglich erscheint, geht der Blick mal wieder nach Osten. Wie schafft es denn die asiatische Honigbiene, mit dem Problem fertig zu werden? Und hier soll deswegen mal eine recht interessante Gegenüberstellung erfolgen. Eine japanische Imkerin hat in einem Video das Verhalten von europäischen und japanischen Honigbienen im direkten Vergleich als Video dokumentiert (leider nicht mit Vespa Velutina, sondern der japanischen Riesenhornisse):


Hinweise: bitte Untertitel aktivieren. Leider nur Englisch, aber die Unterschiede im Verhalten sind auch so ersichtlich. Und gravierend. Offenbar benötigt die europäische Biene einen speziellen Abwehrmechanismus, die vorhandenen führen in den Untergang. Hier in Norddeutschland wird es wohl (hoffentlich) noch etwas dauern, bis der Klimawandel auch hier für eine Etablierung der Hornissen sorgen wird.


Links:
Natural Japanes Beekeeping: Youtube-Kanal mit Videos (Link)
Deutscher Imker Bund: Youtube-Vortrag zur Vespa Velutina (Link)
Nabu: Asiatische Hornisse dringt in europäisches Ökosystem ein (Link)
ARD/Alpha: Der neue Feind unserer Honigbiene, Artikel und Video (Link)

Mittwoch, 29. März 2023

Honig aktuell: Honigpanschen beim Importhonig nimmt Überhand

Wer sich schon einmal mit dem Thema Honigverfälschung auseinandergesetzt hat, wird wissen, dass sich da teilweise sehr bedenkliche Entwicklungen abspielen. Auch hier im Blog gibt es dazu einige Seiten ("Kleine Honigkunde", Links am Ende des Artikels). Die Informationen dort sind allerdings nun schon etwas älter und ausserdem kamen sie alle mehr oder weniger aus dem Bereich der Imkerschaft in Europa. Nun gibt aber neue Informationen, und diesmal von amtlicher Seite.Und die lassen die Aussagen dieser Seiten mittlerweile geradezu optimistisch aussehen. 💥 Hier gibt es die Zusammenfassung von EuroNews als Video (1 Min.):


Der Artikel dazu (Link) ist noch deutlich informativer - und beunruhigender. War bisher China 'Panschland' Nummer 1, rücken jetzt auch die Türkei und (man staune) die Ukraine ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Mittlerweile sind insgesamt offenbar fast die Hälfte Proben mit importiertem Honig auffällig. Zurückzuführen ist das vermutlich auf die Mischerei bei den Abfüllern: fast alles, was im Supermarktregal steht, ist gemischt aus aller Herren Länder. Sobald ein Anteil davon faul ist, wird das ganze Glas faul. Immerhin scheint sich in der EU aber was zu bewegen. 👍

Sonntag, 12. März 2023

Bienen aktuell: Frühjahrszeit - Fütterungszeit?

Das zeitige Frühjahr ist für den Imker eine echt schwere Zeit. Zwar hat der erste Teil geklappt, die eingewinterten Völker leben noch, was bedeutet, dass die Varroabekämpfung erfolgreich war. An der Milbe stirbt um diese Zeit kein Volk mehr. Aber zwischen diesem Punkt und dem nächsten -dem Aufsetzen der Honigräume- liegt noch ein letzter, ebenfalls sehr kritischer Meilenstein. Einer, der gerne mal übersehen wird: Futtermangel. 💥

Im Spätsommer wird den Bienen ja der Honig weggenommen. Dieser erfüllt in der Natur aber eine Aufgabe, nämlich den, das Volk über den trachtlosen Winter zu bringen. Nach dem letzten Abschleudern muss der Imker also für Ersatz sorgen. Dafür gibt es verschiedene Lösungen (wir verwenden Bienenfutter in Sirupform), die auch prinzipiell alle funktionieren. Das Problem: welche Menge ist denn genau 'genug'? 😕

Dafür gibt es allerlei Faustformeln, der Hersteller unseres Sirups sagt '1 Kanister pro Volk', das sind 14 Kilo Sirup. Der vorsichtige Imker weiss es etwas besser; es ist nun einmal nicht jedes Volk gleich. Und das heisst hier vor allem: nicht gleich stark. Man liest immer wieder den Hinweis 'ein starkes Volk überlebt den Winter eher als ein Schwaches'. Richtig, ABER: ein starkes Volk braucht bei Beginn der Saison und der Wiederaufnahme der Brut im Frühjahr auch viel mehr Futter. Darum gilt die eiserne Regel, dass die stärksten Völker zuerst verhungern. 👈

Der Imker hat hier zwei Probleme. Das erste ist festzustellen, dass ein Futtermangel überhaupt vorhanden ist. Das Zweite besteht darin, es rechtzeitig zu merken. 😒 Für den ersten Punkt benötigt man einen Vergleich, mit nur einem Volk hat man den einfach nicht. Dafür gibt es viele verschiedene Methoden, wir wiegen unsere Völker mit dem Bienenkran aus: erst nach dem Auffüttern, bei Einwinterung und dann mehrmals im Frühjahr ab etwa Ende Februar. Nicht früher, weil wir aus Erfahrung wissen, dass 14 Kilo Futter auch bei starken Völkern ziemlich weit reichen.

Sonntag, 13. November 2022

Projekt: Dampfwachsschmelzer selber bauen (v2.0)

Wie im ersten Artikel zu diesem Thema angekündigt (Link), waren im täglichen Betrieb noch ein paar kleinere Möglichkeiten zur Verbesserung der ursprünglichen Konstruktion aufgefallen:

(1) Bei uns kommen in den Honigräumen mittlerweile vermehrt Halbrahmen zum Einsatz. Die erste Schmelz-Kiste war aber nur mit Halterungen oben versehen, womit bei Befüllung mit Halbrahmen nur die Hälfte der Kiste ausgenutzt werden konnte. Zwar kann man den unteren Teil mit Resten (Drohnenschnitt, Naturbau, Säuberungsreste etc.) befüllen. 😏 Aber angesichts der steigenden Anzahl zu erneuernder Rähmchen (und steigender Strompreise!) sollte nun doch endlich eine zweite Ebene her: wo ein Vollrahmen hineinpasst, ist auch Platz für zwei Halbrahmen übereinander.

(2) Der Dampfeinlass war beim ersten Anlauf aus ungeklärten Gründen 😜 recht weit oben angebracht. Die meisten Konstrukte leiten den Dampf weiter unten ein. Da diese Kiste speziell auch für Halbrahmen genutzt werden soll, wurde der Einlass in die Mitte zwischen die beiden Ebenen verlegt.

(3) In der Praxis zeigte sich, dass ein Auslass in der Mitte der Front suboptimal ist. Besser ist es, ihn möglichst nahe an eine Ecke zu bringen. Wird die Kiste dann nach vorne und in Richtung Auslass seitlich gekippt, fliesst das Wachs besser ab.

Weil die alte Kiste noch brauchbar erschien, sollte sie umgebaut werden. Das erwies nicht als nicht haltbar, weil das Umbauprojekt leider gleich mit einem Malheur begann. 😣

Montag, 10. Oktober 2022

Bienen aktuell: Herbstflug

Normalerweise endet die Bienensaison mit der 'Spättracht', beim normalen Imker ist das hier klassischerweise die Linde im August. Manche Imker bedienen aber auch die Heide (bis Spetember) oder sogar Waldtracht (bis in den Oktober).  Allerdings fordert das spezielle Betriebsweisen, die vom Rest stark abweichen, weswegen sich nicht viele damit beschäftigen. Für den normalen Imker ist daher je nach Wetterverlauf früher Schluss.

Umso erstaunter waren wir, dass sich unsere Damen zeitweise trotz der fortgeschrittenen Jahreszeit tageweise sehr betriebsam zeigten. Den ersten Verdacht (Räuberei am Stand) konnten wir schnell ausräumen, teilweise wurde sogar gelber Pollen eingetragen.